Seesegeln

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Hei-Jo

Hei-Jo

Liebe Stössenseeer,

nun ist es so weit - wir ankern auf türkisblauem Wasser in Barbados, unsere Ankerkette schabt in den Böen auf den wenigen Steinen und es regnet so vor sich hin. Unseren Plan, heute unser Unterwasserschiff zu reinigen, müssen wir erst einmal aufschieben.

Seit Weihnachten sind wir rund 2000 sm gesegelt - jetzt machen wir erst einmal Urlaub. Neben uns liegt die „Bank von Bremen“, das Schiff mit dem Melanie im Mai die Regatta Bermuda - Hamburg segeln wird.

Wir haben uns schon mal ihren zukünftigen Schlafplatz angesehen. Neben den anderen Ankerliegern wirkt das 15-Meter-Schiff recht klein. Die auf der anderen Seite ankernde Ketsch ist mehr als doppelt so lang. Wir gehen als Dinghi durch. Wir ankern vor Port St. Charles, einem vornehmen Resort mit Yacht Club, dessen Einrichtungen, die v.a. in einer kalten Dusche bestehen, man benutzen kann. Alles ist ansonsten luxuriös, wenn man an der Poolbar sitzt und auf 50-Meter-Motoryachten guckt, könnte neben einem James Bond auftauchen.

Nachdem wir von Jacare/Brasilien aufgebrochen waren, benötigten wir knapp 10 Tage für 1400 sm bis nach Französisch Guyana und den Isles du Salut, den Teufelsinseln, von denen es wohl nur Papillon gelungen ist zu fliehen. Diese Gefängnisinseln wurden bis in die 50er Jahre benutzt. Heute tummeln sich dort die Touristen. Leider musste Wolfgang im benachbarten Kourou sich einigen unangenehmen Untersuchungen stellen, die aber zum Glück alle ohne Befund waren, so dass wir unsere Fahrt fortsetzen können. Wie überall liegt man in Französisch Guyana in einer Flussmündung, d.h. dass man bei Spring gut 3 kn Strom hat und der Wind aus Nordost in die Flussmündung hineinbläst. Man liegt deshalb recht unkomfortabel, v.a. wenn Schauerböen über einen hinwegziehen. Immerhin ist im Moment Regenzeit (28Grad, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und der Dschungel gleich nebenan). Auch das Dinghifahren ist in Strom und Wind recht trickreich. Aber man kann wieder einmal etwas Europa schnuppern. Französische Supermärkte und ein gutes Krankenhaus.

Nach dem dreiwöchigen Zwangsaufenthalt waren wir froh, Guyana verlassen zu können. Während der 6 Tage auf See reihte sich eine Schauerbö an die andere und 3-4 Meter Dünung machten das Leben anstrengend. Aber schon nach 6 Tagen kamen wir nachts in der Carlisle Bay an und verlegten dann rasch in den Norden der Insel. Das Einklarieren ist einfach, aber gründlich, und dauert nur knapp 1 1/2Stunden. U.A. ist die Frage zu beantworten, ob es unterwegs Tote gegeben hat. Wir werden morgen nach Bridgetown verlegen, endlich etwas Frisches einkaufen und hoffentlich in einer Woche nach Westen weitersegeln.

Viele Grüße von Bord der Hei-Jo, z.Zt. Port St. Çharles, Barbados, West Indies

Liebe Stössenseeer, 
kaum zu glauben, dass dies für uns so ereignisreiche Jahr schon zu Ende geht und Weihnachten vor der Tür steht. Weihnachtlilche Gefühle stellen sich bei 30 Grad im Schatten zwar nicht ein, aber wir vermissen nichts, außer Weihnachtsplätzchen und Geplauder über den letzten und den nächsten Törn am Stammtisch.

Wir wünschen allen frohe Festtage und ein glückliches neues Jahr 
Claudia und Wolfgang (Hei-Jo, zur Zeit Jacare, Brasilien, 7 Grad Süd, 35 West) 

 

Liebe Stössenseeer,

nun sind wir nach knapp 5000 sm glücklich auf dem südamerikanischen Festland angekommen, und zwar in Jacare, einem kleinen Ort in der Nähe von Cabedelo, dem Hafen einer kleinen Stadt mit knapp einer Million Einwohnern (für Brasilien ist das sehr klein) mit dem Namen Joao Pessoa.

 

Nach 14 Tagen über den Atlantik und Passieren des Äquators ist die SY HeiJo wohlbehalten auf der brasilianische Insel „Ilha Fernando de Noronha“ auf 03°50´S  032°24´W angekommen. Heute (12.11.) wurde uns telefonisch berichtet: „Das Segeln im Passat war wunderschön und problemlos. Jetzt sind wir im Paradies angekommen.“

Liebe Stössenseeer,

nun sind wir da gelandet, wo es wirklich warm ist!!! Wir liegen zur Zeit in der Marina von Mindelo auf Sao Vicente (Kapverden), der Wind bläst aus NE mit Böen von bis zu 30 Knoten, die Wassertemperatur beträgt 28 Grad, die Lufttemperatur 30. So ist der Passat und so sind die Tropen.

Nachdem wir das kühle Portugal verlassen hatten, sind wir direkt nach Teneriffa gelaufen. Nach 700 sm bei nördlichen Winden zwischen 4-6 hatten wir eine einfache und schnelle Reise. Lediglich unser Landfall, der natürlich wieder nachts stattfand, war etwas aufregend. Wind und Seegang hatten zugenommen, so dass wir uns Gedanken darüber gemacht haben, ob wir bei diesen Verhältnissen einen Hafen anlaufen könnten. Diese Befürchtung erwies sich zum Glück als völlig unbegründet, denn überraschender Weise hatten wir trotz des NE-Windes hinter dem Nordkap von Teneriffa eine Landabdeckung, so dass wir in "aller Ruhe" durch ein großes Feld von Ankerliegern (Frachtschiffe, Bohrinseln u.a.) hindurchsegeln konnten und den Fischereihafen von Teneriffa erreichten.

Nachdem wir pünktlich im Verein gestartet sind, verlief unsere Reise bisher glücklich und unproblematisch. Leider mussten wir aber viele Wartezeiten in Kauf nehmen, denn das Wetter machte nicht immer das, was wir wollten.

Bereits auf Helgoland mussten wir uns gedulden, sind dann aber bei wenig komfortablen Bedingungen gestartet (W-SW 4-6). Leider bietet das Seegebiet kaum noch Platz für längere Kreuzschläge, denn Verkehrstrennungsgebiete und Windparks erschweren das Segeln. Trotzdem erreichten wir auf dieser Fahrt direkt Ijmuiden in den Niederlanden.

Hallo, Ihr Lieben,

herzliche Grüße von den herbstlichen, verregneten Shetlandinseln.

Wohlig spendet die Heizung die erforderliche Wärme und läßt das Seglerherz höher schlagen. Zufällig haben wir hier auch Boris mit Sohn getroffen.

Bisher haben wir 530 sm auf der Uhr, morgen, wenn wir nach Orkney verlegen, kommen 90 weitere hinzu. Und dann wird es auch schon wieder Zeit, an die vor Bohrinseln strotzende Nordsee zu denken, die uns nach Hause führen wird.

Herzliche Grüße an alle Stössenseeer

von Claudia und Wolfgang, an Bord HEI-JO

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